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Extra-Blätter
  © TU Berlin, tubIT, Bearbeiter: Frank Ziemann  -  Update: 13.07.2020 |   Kurz-URL
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erstellt: 14.03.2020
Update: 13.07.2020

Extra-Blatt

Fake News zum Coronavirus (CoV-2)

Pandemie, Hysterie, Verschwörungstheorien

▼ Link-Liste zu seriösen Informationen zum Coronavirus (CoV-2)
▼ Kriminelle nutzen Pandemie aus (Update Juli)

In den sozialen Netzwerken und via Messenger werden allerlei Falschmeldungen („Hoaxes“, „Fake News“) rund um das so genannte „neuartige Coronavirus“ (SARS CoV-2) verbreitet. Es werden allerlei unsinnige Tipps und Empfehlungen zur Vorsorge oder zum Selbsttest zirkuliert. Nichts davon ist wissenschaftlich fundiert oder wird von Fachleuten bestätigt. Die Verbreitung solcher „Fake News“ ist auch Ausdruck der allgemeinen Verunsicherung. Dies trägt jedoch auch zu deren Verstärkung bei – teilweise absichtlich.

Bitte verbreiten Sie keine ungeprüften oder unbestätigten Behauptungen. Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist auch so schon groß.

Corona-Warn-App
Bereits vor dem offiziellen Start der deutschen Corona-Warn-App kursiert bei WhatsApp eine Kettenbrief-artige Behauptung, die App übertrage vorhandene Kontaktlisten (wohin auch immer). Text 
corona-warn-appDie von T-Systems und SAP entwickelte Corona-Warn-App wurde am 16. Juni offiziell vorgestellt. Sie ist quelloffen und bereits vorab hatten Datenschutzfachleute und andere Gelegenheit, den Quelltext zu untersuchen. Im Gegensatz zu WhatsApp überträgt die Corona-App keine im Gerät gespeicherten Adressen und Telefonnummern. Alle per Bluetooth ermittelten Annäherungen zweier Geräte werden lediglich lokal in den Geräten gespeichert.
Ausführliche Informationen zur Corona-Warn-App finden Sie etwa bei der Verbraucherzentrale.

Japanischer Immunologe Tasuku Honjo dementiert falsche Zitate
In einem per WhatsApp verbreiteten Kettenbrief wird behauptet, der japanische Immunologe und Medizin-Nobelpreisträger Tasuku Honjo habe gesagt, das neuartige Coronavirus sei nicht natürlich. Er arbeite seit vier Jahren im Wuhan-Labor in China, kenne dort alle Mitarbeiter und die seien alle tot. Das Virus müsse künstlich sein, weil es in allen Temperaturzonen überlebe.
Professor Tasuku Honjo hat dieser Darstellung bereits Ende April öffentlich widersprochen. Er hat auch nie in Wuhan gearbeitet. Natürliche Viren kommen sehr wohl mit unterschiedlichen Klimazonen klar, das zeigen etwa Grippeviren. Die saisonale Influenza bricht zwar vorwiegend in der kalten Jahreszeit aus, kann jedoch in den Tropen und Subtropen ganzjährig auftreten.
Siehe auch Faktencheck bei Correktiv

Glossar zum Coronavirus

Coronavirus
Eine allgemeine, von der äußeren Beschaffenheit der Viren abgeleitete Bezeichnung für eine Familie von Viren, die seit den 1960er Jahren bekannt ist.

CoV-2
Steht für Coronavirus Nummer 2 – nach dem SARS-Virus aus 2002/2003 ist es das zweite bekannte Virus dieser Unterart, das sich auch von Mensch zu Mensch verbreitet.

COVID-19
Bezeichnet die Erkrankung durch Infektion mit CoV-2 (corona virus disease 2019).

Pandemie
nicht regional begrenzte starke Ausbreitung einer Krankheit (im Gegensatz zur Epidemie)

SARS
Severe acute respiratory syndrome – Krankheit, die durch ein 2002/2003 als SARS-Virus bekannt gewordenes Coronavirus ausgelöst wird

SARS CoV-2
Wissenschaftliche Bezeichnung für das Ende 2019 in China entdeckte Coronavirus (zunächst 2019-nCoV genannt)

Masken mit K.O.-Tropfen?
In den sozialen Medien wird eine Warnung vor Tätern verbreitet, die angeblich von Tür zu Tür gehen sollen, um Gesichtsmasken zu verteilen. Diese Masken seien „mit Chemikalien besprüht, die Sie umhauen. Dann werden Sie bestohlen!!“
Der Text wirkt wie unbeholfen aus dem Englischen übersetzt, wo „lokale Regierung“ („local government“) eine gängige Formulierung ist. Tatsächlich kursiert dieser Hoax im angelsächischen Sprachraum schon länger. Es handelt sich wohl um eine der Zeit angepasste Variante älterer Hoaxes (Falschmeldungen) wie „Burundanga Visitenkarten“.
Siehe auch Faktencheck bei Correktiv

Rechte Propaganda mit Fake-Videos
Ein bekannter rechter Blogger behauptet in einem etwa 46-minütigen Video, in zwei Berliner Krankenhäusern, die COVID-19-Abklärungsstellen betreiben, befänden sich gar keine an COVID-19 Erkrankten. Seine Videoaufnahmen in der Charité sind jedoch nicht wie behauptet in der Untersuchungsstelle für Coronavirus-Verdachtsfälle entstanden. Im DRK-Klinikum Westend, vor dem er ebenfalls gefilmt hat, befinden sich, anders als behauptet, durchaus mehrere Personen, die an COVID-19 erkrankt sind und stationär behandelt werden. Das in den Video enthaltene Interview mit einem vorgeblichen Virus-Experten zeigt einen Wiener Zahnarzt.
Mehr dazu im Faktencheck bei Correktiv

Rechte Propaganda mit Sargfotos
Auf Facebook werden bereits seit einiger Zeit Behauptungen verbreitet, die ARD (oder auch andere TV-Sender) hätten Fotos mit Särgen aus 2014 (oder 2013) für die aktuelle Corona-Berichterstattung wiederverwendet. Bei diesen absichtlich gestreuten „Fake News“ handelt es sich um rechte Propaganda. Es gibt keinerlei Belege für diese Behauptungen.
Siehe auch Faktencheck bei Correktiv

Geplanter Virusangriff aus China?
Bei WhatsApp wird derzeit (2. April) per Kettenbrief eine Verschwörungstheorie verbreitet, laut der die aktuelle COVID-19-Pandemie eine geplante Kampagne Chinas sei. Als Argument werden die geringen Infektionszahlen außerhalb der Provinz Wuhan sowie in Russland und Nordkorea angeführt. China habe zudem schon vor dem CoV-2-Ausbruch in Wuhan ein Gegenmittel gegen das Virus gehabt. Es sei von Anfang an der Plan gewesen, die Wirtschaft in den USA und Europa zu schwächen, während sich China selbst schnell wieder erholen würde. Dieser Plan gehe jetzt auf.
Dazu ist anzumerken, dass die offiziellen Infektionszahlen aus Ländern wie China, Russland und Nordkorea mit gehöriger Skepsis zu betrachten sind. Jede daraus gezogene Schlussfolgerung, ob absurd oder plausibel, steht auf tönernen Füßen. Tatsächlich ist Nordkorea auch durch die COVID-19-Pandemie betroffen, bereits seit Januar. Es hat die WHO um Hilfe gebeten. Das Regime baut zusätzliche Krankenhäuser, hat das Tragen von Mundschutz angeordnet, die Schulen geschlossen, veröffentlicht jedoch keine Zahlen. Auch Russland ist betroffen, doch auch die russische Regierung ist mit Infektionszahlen – sagen wir mal: zurückhaltend. Sprachlich wirkt der Kettenbrief in Teilen wie eine schlechte maschinelle Übersetzung.

Heilung durch christliche Blutspende?
Per WhatsApp wird eine Sprachnachricht verbreitet, in der eine vorgebliche Missionarin behauptet, in China seien COVID-19-Erkrankte geheilt worden, nachdem sie eine Blutspende von Menschen christlichen Glaubens erhalten hätten. Außerdem würden christliche Gefangene aus Gefängnissen entlassen, nachdem sie Blut an CoV-2-Infizierte gespendet hätten.
Das Gospel Forum Stuttgart hat auf Facebook eine Stellungnahme veröffentlicht, in der es sich von dieser Nachricht distanziert.

CoronavirusChallenge 
Bei Tiktok und Twitter macht die jüngste und wohl auch mit die dümmste Iteration der „Challenge“-Mode die Runde: die „CoronavirusChallenge“. Darin wird dazu aufgerufen, Haltestangen im ÖPNV, Klobrillen und dergleichen abzulecken und sich dabei zu filmen. Siehe bei PC-Welt
Wer bei solchen Aktionen mitmacht, nominiert sich selbst für den Darwin Award...
Unter dem Hashtag #CoronavirusChallenge geht es bei Twitter allerdings auch um andere Dinge.

Grippeschutzimpfung = COVID-19-Risiko?
In einem per WhatsApp verbreiteten Kettenbrief wird behauptet, in Großbritannien würden Personen, die eine Grippeschutzimpfung erhalten hätten, zur Hochrisikogruppe für COVID-19 gezählt. Der Verfasser bezieht sich auf einen Artikel in der Zeitung „Mirror“, in dem es um die Maßnahmen der britischen Regierung zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie geht. Der Verfasser des Kettenbriefs behauptet, für Grippe-Geimpfte bestehe ein „dramatisch erhöhtes Corona-Risiko“.

Wer den Artikel im Mirror liest, wird feststellen, dass der diese Behauptung nicht hergibt. Der Artikel wird durch den Verfasser des Kettenbriefs vielmehr mutwillig fehlinterpretiert, damit er ins Weltbild der Impfgegner passt. Tatsächlich werden Menschen über 60 Jahre aus den gleichen Gründen jährliche Grippeschutzimpfungen angeboten, aus denen sie zur Gruppe der durch COVID-19 Gefährdeten gezählt werden. Auch wenn sie die Grippeschutzimpfung nicht erhalten haben, sind sie in gleichem Maße gefährdet wie mit Impfung. Sie sind in Gefahr, im Falle einer CoV-2-Infektion einen schweren COVID-19-Verlauf zu erleiden, weil ihre Abwehr altersbedingt sowie durch eventuelle Vorerkrankungen bereits geschwächt ist. Und nicht, weil sie gegen Grippe (Influenza) geimpft sind.

In demselben WhatsApp-Kettenbrief wird auch gegen die Empfehlung einer Impfung gegen Pneumokokken für ältere Menschen gewettert, weil angeblich jede Impfung das Immunsystem schwäche.
Die Impfung gegen Pneumokokken wird empfohlen, weil die Lunge bei einem schweren COVID-19-Verlauf durch die CoV-2-Viren stark angegriffen ist und so zur leichten Beute für Bakterien wie Pneumokokken wird. Die Betroffenen können dann letztlich an einer durch Pneumokokken ausgelösten Lungenentzündung sterben. Wer gegen Pneumokokken geimpft ist, hat also eher etwas bessere Überlebenschancen.

Ein Lied für Bergamo
Bei WhatsApp kursiert ein Kettenbrief mit einem Link zu Youtube. Angeblich soll jeder Aufruf des Videos eine Spende an das Krankenhaus in Bergamo (Italien) einbringen. Dabei geht es um das Lied „Rinascerò, Rinascerai“ des italienischen Musikers Roby Facchinetti (frühere Band: Pooh).
Roby Facchinetti hat dieses Lied speziell für diesen Zweck komponiert, Stefano D'Orazio hat den Text geschrieben. In der  Videobeschreibung auf Youtube ist das ausführlich dargestellt – inzwischen auch auf Deutsch. Doch das Geld für das Krankenhaus „Papa Giovanni XXIII di Bergamo“ wird nicht durch Abspielen des Youtube-Videos, sondern über den Verkauf / Download des Stücks eingespielt (Link unter dem Video), wahlweise kann direkt gespendet werden. Roby Facchinetti distanziert sich auf seiner Website von dem WhatsApp-Kettenbrief.

LaGeSo-Fake (22.03.2020)
Das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) warnt auf seiner Website vor einer Falschmeldung, die im Umlauf ist. Ein gefälschter Screenshot der LAGeSo-Website soll den Eindruck vermitteln, der Berliner Senat habe für Berlin ab Montag, 23.03.2020, eine zweiwöchige Ausgangssperre angeordnet.

Focus-Fake
Am 15.03.2020 wird ein Bildschirmfoto eines gefälschten Focus-Artikels verbreitet. In dem Fake-Artikel geht es um angeblich neue Öffnungszeiten der meisten Supermarktketten ab 16. März. Demnach blieben Supermärkte dienstags, mittwochs donnerstags und samstag geschlossen, würden montags nur von 8 bis 10 Uhr öffnen. Nichts davon stimmt.

Warnung vor Ibuprofen
Am 14.03.2020 wird bei WhatsApp eine Audio-Nachricht verbreitet, in der „die Mama vom Poldi“ vor der Einnahme von Ibuprofen warnt. Mit Bezug auf die „Wiener Uniklinik“ wird behauptet, Ibuprofen könne die Vermehrung des Coronavirus fördern. Die MedUni Wien bezeichnet diese Behauptungen als „Fake News“.
Auch der französische Gesundheitsminister hatte bereits in Zusammenhang mit COVID-19 vor Ibuprofen gewarnt.
Update (17.03.2020): Inzwischen rät auch die WHO vorsorglich von der Einnahme von Ibuprofen bei COVID-19-Verdacht ab.
Update (21.03.2020): Mittlerweile hat die WHO ihre Warnung vor Ibuprofen wieder revidiert. Es gebe keine Hinweise auf einen ungünstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.
Siehe auch Faktencheck bei Correktiv

In kürzlich veröffentlichten wissenschaftlichen Artikeln in „The Lancet Respiratory Medicine“ (PDF, engl.) sowie in „Nature Reviews Cardiology“ wird spekuliert, dass es so genannte ACE-Hemmer Coronaviren erleichtern könnten, in Körperzellen einzudringen. Diese hypothetische Annahme wird aus Beobachtungsstudien Dritter mit recht wenigen an COVID-19 Erkrankten (mit schwerem Verlauf) abgeleitet. ACE-Hemmer werden etwa bei Menschen mit Bluthochdruck eingesetzt. Doch Ibuprofen ist kein ACE-Hemmer.

Festzustehen scheint bestenfalls, dass einige Personen, die mit einen schweren COVID-19-Verlauf ins Krankenhaus kamen, Ibuprofen eingenommen hatten. Unklar bleibt jedoch, was Ursache und was Wirkung ist. Hat Ibuprofen zur stärker ausgeprägten Symptomen geführt oder haben diese Menschen Ibuprofen eingenommen, weil sie unter starken Symptomen litten und sich Linderung erhofften?

Vitamin-D-Mangel, Triage und 5G
Ganz ähnlich könnte der Fall bei einer über WhatsApp verbreiteten Audio-Nachricht (23./24. März) liegen, in der eine Mitarbeiterin (unbekannter Qualifikation) einer Schweizer Zahnklinik (sic!) meint mitteilen zu müssen, dass bei allen schwer oder tödlich verlaufenden COVID-19-Fällen eine starke Unterversorgung mit Vitamin D festgestellt worden sei. Daher rät sie zur vorbeugenden Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin D – das würde gegen das CoV-2-Virus helfen. Selbst wenn es stimmen sollte, dass die Erkrankten sehr niedrige Vitamin-D-Spiegel hatten, ist wiederum völlig ungeklärt, ob es einen ursächlichen Zusammenhang mit der CoV-2-Infektion gibt. Es ist vielmehr anzunehmen, dass durch die Jahreszeit, das hohe Alter der Infizierten und eventuelle Vorerkrankungen sowohl ein niedriger Vitamin-D-Wert als auch ein schwerer COVID-19-Verlauf plausibel (und voneinander kausal unabhängig) erklärbar sind. Jedenfalls gibt es, von dieser einen, eher fragwürdigen Quelle abgesehen, weder Nachweise für sehr niedrige Vitamin-D-Spiegel bei COVID-19-Erkrankten noch für eine antivirale Wirksamkeit einer Vitamin-D-Einnahme bei Coronaviren.
Weiterhin stellt die Dame in ihrer Sprachnachricht unhaltbare Behauptungen zur Triage (Ersteinschätzung, Einteilung) eingelieferter Erkrankter sowie zu einem angeblich ursächlichen Zusammenhang zwischen „5G“, „Handystrahlung“ sowie WLAN-Funkwellen und der regionalen Häufung schwerer COVID-19-Verläufe auf.
Die Klinik distanziert sich inzwischen auf ihrer Website von der Sprachnachricht und bezeichnet sie als „Fake News“.
Siehe auch Faktencheck bei Correktiv

Chlordioxid gegen COVID-19?!
Als angeblich probates Mittel gegen CoV werden Chlordioxid und MMS (Miracle Mineral Supplement = Natriumchlorit, NaClO2, setzt Chlordioxid frei) propagiert. Diese ätzenden und giftigen Chemikalien werden schon länger als Wundermittel gegen Krebs, AIDS, Viren usw. angepriesen. Überprüfte Belege dafür gibt es jedoch nicht – im Gegenteil: Chlordioxid ist gesundheitsschädlich. Richtig ist lediglich, dass Chlordioxid, wenn es bei der Trinkwasserdesinfektion eingesetzt wird, auch gegen Viren wirkt. Von der Einnahme ist jedoch abzuraten.
Siehe auch Faktencheck bei Correktiv

Vitamin C vs. Coronavirus?
Vitamin C ist auch kein Allheilmittel, auch nicht in hohen Dosen. Selbst mit einer (fragwürdigen) Dosierungsanleitung wird daraus kein Schutz vor CoV-2. Das gilt auch für Vitamin D, das in zu hoher Dosis sogar schädlich sein kann...
Siehe auch Faktencheck bei Correktiv

Hitze und Bier töten CoV-2?
Ebenfalls falsch ist die Behauptung, das Coronavirus würde bei Temperaturen über 27 ºC absterben. Das Virus fühlt sich bei Körpertemperatur (37 ºC) ganz offenlichtlich wohl. Empfehlungen zur Vorbeugung wie Heißgetränke, ein heißes Bad oder in warme Gegenden zu reisen sind daher nutzlos. Auch alle paar Minuten Wasser zu trinken, ob nun warm oder kalt, schützt nicht vor einer Infektion. Wer erkrankt ist, sollte hingegen ausreichend trinken – egal ob bei Grippe, COVID-19 oder Bronchitis. Die Einnahme alkoholischer Getränke ist zur Desinfektion nicht geeignet. äußerlich angewendet (Händedesinfektion) wirkt hochprozentiger Alkohol (~80 Vol.% Ethanol) am besten.

Untaugliche Tipps zur Selbstdiagnose
Bereits länger kursiert auf WhatsApp und in anderen Kanälen eine Sammlung mit untauglichen Empfehlungen, wie man sich vor CoV-2 (Coronavirus) schützen oder selbst auf eine Infektion mit Cov-2 testen soll. Angeblich gebe es in Kanada, Japan, Taiwan oder sonstwo andere, vermeintlich bessere Informationen oder Tipps als hierzulande.

Tatsächlich sind alle diese Behauptungen falsch. Es gibt keine Möglichkeit für medizinische Laien, eine CoV-2-Infektion von einer Grippe zu unterscheiden, geschweigedenn eine solche Infektion per Selbsttest auszuschließen.

Richtig ist einzig der Hinweis, dass das Fehlen jeglicher Symptome eine bereits erfolgte Infektion nicht ausschließt. Es gibt eine Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen (nicht 20 Tage), in der bei Infizierten keine Symptome einer Erkrankung auftreten müssen. Wer eine robuste Gesundheit hat, kann eine CoV-2-Infektion durchleben und dabei keine oder nur schwach ausgeprägte Symptome wahrnehmen. Auch Infizierte ohne Symptome können jedoch zur Ausbreitung des Virus beitragen.

Foto soll Hamsterkäufe zeigen
Ein Video, das eine Menschenmenge vor einer ALDI-Filiale zeigt, soll Hamsterkäufe wegen der COVID-19-Pandemie belegen. Tatsächlich stammt das Video aus dem Jahr 2011.

Fledermaussuppe
Ein Video bei Daily Mail, das eine tote Fledermaus in einer Suppenterrine zeigt, stammt aus dem Jahr 2016 und auch nicht aus China. Es soll einen Zusammenhang zwischen Fledermäusen und dem Coronavirus CoV-2 herstellen. Derzeit ist jedoch noch unklar, wie CoV-2 auf den Menschen übertragen worden ist. Man geht davon aus, dass wie beim SARS-Virus 2002/2003 Wildtiere der Ursprung sind. Menschen könnten sich durch die Zubereitung und/oder den Verkehr des Wildtierfleischs infiziert haben. Fledermäuse könnten durchaus ursprüngliche Wirte des Virus sein, als Überträger auf den Menschen kommen eher andere Tiere infrage.

CoV-2 im Labor gezüchtet?
Angeblich soll das Coronavirus im Labor gezüchtet worden sein, um die Überbevölkerung einzudämmen oder um mit Impfstoffen und Medikamenten viel Geld zu verdienen. Auch Microsoft-Gründer Bill Gates wird damit in Zusammenhang gebracht. Derartige Verschwörungstheorien werden unter anderem durch „Klagemauer TV“ (Kla.tv) des Schweizer Sektengründers Ivo Sasek per Video verbreitet. In sozialen Netzwerken werden zudem Verschwörungstheorien verbreitet, laut denen die USA, China, Israel oder sonstwer das Virus als militärische Waffe entwickelt haben soll.

Coronavirus schon lange bekannt?
Weil auf einigen, bereits etwas älteren Flaschen mit Desinfektionsmitteln zu lesen ist, das Mittel wirke auch gegen Coronaviren, kursieren Behauptungen, das aktuelle Virus CoV-2 sei schon lange bekannt. Richtig ist, dass die Familie der Coronaviren bereits seit den 1960er Jahren bekannt ist. Das aktuelle Virus SARS CoV-2 wurde hingegen erst Ende 2019 entdeckt. Auch einige Influenza-Viren (Grippe) gehören zur Familie der Coronaviren.
Siehe auch Faktencheck bei Correctiv

Geheimplan der Bundesregierung
Ein angeblicher „Geheimplan“ der Bundesregierung soll enthüllen, dass die aktuelle COVID-19-Pandemie bereits 2012 vorhergesehen und eingeplant wurde. Tatsächlich handelt es sich bei der noch heute öffentlich einsehbaren Bundestagsdrucksache 17/12051 lediglich um einen Bericht des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zur Risikoanalyse im Katastrophenfall. Es geht darin um den damaligen Stand bei der Vorbereitung von Bund und Ländern auf einen Katastrophenfall. Darin werden zwei fiktive Szenarien angenommen, an deren Beispiel auch mögliche Maßnahmen durchgespielt werden. Ein Szenario ist ein Hochwasser mit Überschwemmungen, wie etwa 2002. Das andere Szenario basiert auf dem SARS-Ausbruch 2002/2003. Dieses Szenario weicht in etlichen Aspekten von der Situation ab, die durch den SARS-CoV-2-Ausbruch in diesem Winter entstanden ist.
Siehe auch Faktencheck bei Correktiv.

Auch in anderen Ländern gibt es entsprechende Analysen und Empfehlungen für einen (zum Zeitpunkt ihrer Erstellung) fiktiven Fall einer globalen Viruspandemie. Alle diese Berichte basieren auf Szenarien, die die SARS-Pandemie 2002/2003 fortschreiben. Sie dienten dazu, die Vorbereitungen auf eine globale Pandemie voranzutreiben. Die Verfasser haben keineswegs vorab gewusst, was 2020 passieren würde. Sie haben vielmehr die Lehren aus der SARS-Pandemie 2002/2003 gezogen und zu Papier gebracht. Diese Berichte sind nur kaum bekannt, weil es vermeintlich wichtigere (oder jedenfalls dringlichere) Probleme gab – etwa Terrorismus oder die Finanzkrise 2008/2009.

Kriminelle nutzen Pandemie aus 

Vorgebliches „Amt für Krisenschutz“
Unternehmen erhalten derzeit (11. Juli 2020) betrügerische Mails, die vorgeblich von einem „Bundesamt für Krisenschutz und Wirtschaftshilfe“ kommen. Ein solches Amt existiert jedoch nicht. Auf einer gefälschten Website wird behauptet, es würden Befragungen bei Unternehmen durchgeführt. Unternehmen werden aufgefordert, Dokumente an vorgebliche Mail-Adressen des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) zu senden.

Betrügerische Mails zur Corona-Soforthilfe
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) warnt derzeit (8. Juli 2020) vor betrügerischen Mails zur Corona-Soforthilfe. Darin werden Unternehmen aufgefordert, Dokumente an vermeintliche BMWi-Adressen zu übermitteln.

Gefahr an der Haustür
Die Polizei warnt vor verschiedenen Maschen, mit denen Betrüger online wie offline versuchen, aus der COVID-19-Pandemie Profit zu schlagen. So warnt neben der Polizei zum Beispiel auch das Bezirksamt Berlin-Neukölln vor vorgeblichen Mitarbeitern des Gesundheitsamts, die an der Haus-/Wohnungstür klingeln und vorgeben, Corona-Tests durchführen zu müssen. Die Täter wollen in die Wohnung, um Diebstähle zu begehen. Tatsächlich gibt es jedoch keine unangemeldeten (echten) Tests.

Phishing mit Kurzarbeit
Die Bundesagentur für Arbeit warnt vor an Unternehmen gerichtete Phishing-Mails, in denen es um das so genannte Kurzarbeitergeld geht. Die kriminellen Versender geben sich als Arbeitsagentur aus und fragen persönliche Daten ab.
Siehe auch bei Polizei Niedersachsen | PC-Welt

Datenklau mit Android-Malware
Der russische Antivirushersteller Kaspersky Lab berichtet über eine Android-Malware namens „Ginp“, die nicht nur Bankdaten ausspioniert. Der Schädling öffnet auf dem Smartphone eine Web-Seite mit dem Titel „Coronavirus Finder“. Diese behauptet, in der Nähe befänden sich mit dem Coronavirus infizierte Personen. Das Opfer soll 0,75 € zahlen, um zu erfahren, wo sich diese Personen aufhalten. Die Täter erhalten auf diese Weise Kreditkartendaten (und nur um diese geht es ihnen), stellen jedoch weder die geforderte Summe in Rechnung noch liefern sie die versprochenen Informationen.
Hierbei handelt es sich nicht um eine Falschmeldung.

Humoriges zum Schluss 😉

Desinfektion per Hubschrauber
In einer WhatsApp-Nachricht, die aus Bayern gemeldet wurde, heißt es, heute (keine Datumsangabe) würden ab 23:30 Uhr fünf Hubschrauber über der Stadt kreisen (keine Ortsangabe) und Desinfektionsmittel gegen das Coronavirus versprühen. Man solle Türen und Fenster geschlossen halten.
Die Münchener Polizei und das bayrische Innenministerium sahen sich immerhin zu einem Dementi genötigt.
Siehe auch Faktencheck bei Correktiv.

Satelliten-Fieber
Ähnlich ernst gemeint dürfte eine WhatsApp-Nachricht sein, laut der heute Nacht (kein Datum angegeben) ein „medizinischer Spezial-Satellit“ über Deutschland fliegen und bei allen Fieber messen würde. Daher sollten „alle um 22:00 Uhr nackig vor die Haustür treten und den Personalausweis hoch halten“.

Weitere Infos folgen...

Bitte verbreiten Sie keine ungeprüften oder unbestätigten Behauptungen. Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist auch so schon groß.

 


Seriöse Informationen zum Coronavirus (CoV-2):

 


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